Ein weiterer kuzer Aufenthalt in England

fleißige Frauke

Seit nun drei Wochen bin ich in Great Hallingbury, zurück bei Margaret Gardiner in England. Zusammen mit ihr und Anne Pilkington (Margarets letzte Auszubildende) fertigen wir hier eine ziemlich gute Produktion an.

Ist auch ein unbekanntes Bild für Margaret ihre Werkstatt voll mit Pötten zu sehen, da sie sonst nur allein oder im letzten Jahr mit Hilfe von Anne oder mir war. Doch wir sind ja gut eingearbeitet und konnten sofort loslegen. Dabei kann man die Produktion hier natürlich nicht mit der von Willibrord in Holland vergleichen, da alles wesentlich aufwendiger ist, doch ich denke dafür machen wir uns schon ganz gut.

ein Tag wie heute

Neben der Arbeit gibt es natürlich noch ein anderes Leben. So sind wir an dem ersten Wochenende zusammen nach Holt (Nähe Norwich) gefahren und haben Margaret dort bei Ihrer ersten Einzelaustellung zur Eröffnung besucht.

auf dem Schiff "Albatross"

Die Nacht haben wir dort in der Nähe von Holt an der Küste auf einem uraltem Segelschiff verbracht. Das Schiff (um 1890 gebaut) geht nicht mehr auf See und wird nun als Bar und  Pfannkuchenrestaurant genutzt. Es ist jedoch auch möglich die winzigkleinen Kabinen für die Nacht zu mieten, die eher an einen Schrank als an eine Schlafkabine erinnern. Alles zusammen war aber sehr schön und gemütlich.

Desweiteren habe ich die letzten Wochenenden meist etwas mit Anne unternommen. So haben wir einen Tag in Cambridge, einen Tag im Skulpturenpark von Henry Moore und den letzten Sonntag in London verbracht. Gestern haben wir eine andere Keramikerin, ca. eine Stunde entfernt besucht. Es ist immer sehr spannend und lehrreich zu anderen Keramikern zu fahren. Man nimmt überall etwas mit.

Großstadtleben

London zählt inzwischen wohl zu einer meiner Lieblingsstädte, so fahre ich am Samstag nocheinmal dorthin. Und wo ich schon mal hier in England bin kann ich es mir doch nicht entgehen lassen Penny Simpson und John Pollex zu besuchen, welches ich am darauffolgenden und letztem Wochenende tun werde. Ist zwar eine ganze Ecke bis Devon und Plymouth doch die gehören doch einfach dazu!

Wie ihr seht mit Langeweile braucht man mir nicht zu kommen, ich beginne eher immer mehr zu realisiernen, dass die Zeit einfach nur davonrennt. Oder vielleicht will ich auch einfach zu viel. Eigentlich müsste ein Tag doch mindestens doppelt so lang sein, damit man wirklich alles tun könnte was man möchte.

Anfang des Jahres habe ich einen Artikel für die „Ceramic Review“, dem englischem Keramikmagazin über das deutsche Ausbildungssystem, welches in anderen Ländern, wie auch in England nicht so existiert wie wir es kennen, und meinen Erfahrungen nach der Ausbildung als Wandergesellin. Dieser Artikel ist nun auf einer Doppelseite in der September/Oktoberausgabe erschienen! Das ist doch mal was.

Doch zurück zum Ernst des Lebens, was mich nun in Oldenburg erwartet:

Wie ja schon im lezten Bericht erwähnt habe ich dort eine Werkstatt gefunden. Habe mich dort in den letzten Wochen vor England so ziemlich eingerichtet, verschiedene Tone und Rohstoffe besorgt und habe angefangen mit lauter Proben. Das heißt Tonproben, Engobenproben (Farben die unter der Glasur im lederharten,rohem Zustand auf dem Tongefäß aufgetragen werden) zusammengemischt und aufgetragen usw. Das alles ist nun fertig im Brennofen eingestezt und wartet auf den ersten Schrühbrand. Und danach geht es erst richtig los. Die Glasur! Muss nämlich ersteinmal eine vernünftige Glasur austüfteln, was zu meinem größten Problem werden kann. Das ganze kann einige Versuche und Brände dauern bis ich zu einem vernünftigem Erbegnis komme. Mal schauen… .Mir hats schon ziemlich davor gegraut, doch in verschiedenen Diskussionen in den letzten Wochen habe ich gemerkt, dass mein Wissen zur Glasurentwicklung und der Wirkung der einzelnen Rohstoffe, welches ich in der Berufsschule und mit Heike in Rotterdam gelernt habe doch nicht ganz verlorengegangen ist. Zum Glück. Somit habe ich wieder mehr Vertrauen einfach anzufangen und mal schauen wie es läuft. Wissen ist nicht alles, kann sich trotzdem in die Länge ziehen. Also drückt mir die Daumen.

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